Nicht jeder Klassen- oder Schulsprecher schlägt in seinem späteren Leben eine politische Karriere ein. Als sich Reinhold Lopatkas Engagement in der Jugendarbeit aber nach der Funktion des Landesschulsprechers auch während seiner Studienzeit als Studentenvertreter fortsetzte, war der Grundstein für seine spätere politische Laufbahn wohl endgültig gelegt.

Für Wegbegleiter und Freunde war es eigentlich eine logische Konsequenz, daß der studierte Theologe und Rechtswissenschafter 1986 als damals jüngster Abgeordneter für die ÖVP in den steirischen Landtag einzog.

Der Weg in die Bundespolitik war schließlich mit dem sensationellen Wahlerfolg bei der Landtagswahl 2000 (plus elf Prozent) geebnet, den er als Wahlkampfleiter mit zu verantworten hatte. Und als Dr. Lopatka 2002 den vorgezogenen Nationalratswahlkampf für die Bundes-ÖVP managte, setzte sich dieser Erfolg fort. Erstmals seit 1966 wurde die ÖVP wieder stimmen- und mandatsstärkste Partei im Nationalrat - und Reinhold Lopatka Generalsekretär.
Im Jänner 2007 folgte der nächste Karrieresprung - der passionierte Marathonläufer wurde zum Staatssekretär für Sport im Bundeskanzleramt bestellt. In dieser Funktion durfte ich ihn einen Tag lang begleiten und dabei feststellen, daß die Tätigkeit eines Sport-Staatssekretärs alles andere als ein "trockener Bürojob" ist.
Der Tag beginnt mit einem Gespräch mit dem ehemaligen Beachvolleyballspieler Oliver Stamm, der als Botschafter der internationalen Organisation "Right To Play" um Unterstützung wirbt. "Right To Play" ist eine von Athleten getragene, internationale humanitäre Organisation, die Sport und Spiel nutzt, um die Lebensqualität von Kindern und Jugendlichen in benachteiligten Regionen dieser Welt nachhaltig zu verbessern.

Nach diesem Termin steht weit weniger Ernsthaftes am Plan: "Stermann & Grissemann" haben sich für ein Interview der ORF-Comedy "Willkommen Österreich" zum Thema "EURO 2008" angekündigt.

Die skurrilen Fragen des Satiriker-Duos sind ebenso bekannt wie gefürchtet, doch Reinhold Lopatka beweist Humor und überrascht mit pointierten Antworten.
Dr. Lopatka versteht es auch, die prominenten Interviewer für sein Anliegen einzuspannen und überredet sie zu einigen "Werbe-Fotos" für die Fußball-EM 2008.

Wie überhaupt der Themenkreis "Euro 2008" in der Arbeit des Staatssekretärs derzeit einen hohen Stellenwert einnimmt, ohne dabei andere Themen zu vernachlässigen. Besonderes Augenmerk schenkt Reinhold Lopatka beispielsweise der Ausweitung des Sport- und Bewegungsangebotes an den Schulen und der geschlechtsneutralen Sportförderung.
Den Rest des Vormittages verbringt Dr. Lopatka mit dem Aufarbeiten der Tagespost und einigen Telefonaten, bevor es gegen Mittag ins steirische Tauplitz weitergeht. Die Fahrt dort hin nutzt er für Besprechungen mit seinem Kabinettschef, Mag. Fritz Smoly, und seinem Pressesprecher, Roland Achatz.

Drei Autostunden später auf der Kulm angekommen, lädt der Bürgermeister, Peter Schweiger, zur Besichtigung der Skiflugschanze und stellt den Sommerbetrieb (Ausstellung, Aussichtsplattform und Buffet im Starthaus) vor. Was vielleicht die Wintersportbegeisterten nicht wissen: Die "neue Tauplitz" ist ein wahres Biker- und Wanderparadies.  Im Anschluß daran finden Gespräche über die Zukunft des Kulm statt.
Danach geht es weiter ins nahegelegene Niederöblarn, wo Dr. Lopatka bei der Eröffnung der Segelkunstflug-WM teilnehmen soll.  Der im Vorfeld geplante Rundflug mit einem Motorflugzeug fällt wegen des Schlechtwetters buchstäblich ins Wasser, statt dessen findet eine Podiumsdiskussion und eine Führung durch das Alpenflugzentrum statt.

Hier finden abseits der fixierten Termine auch spontane Kontakte zur Bevölkerung statt und man merkt: Reinhold Lopatka hat keine Berührungsängste, er versteht es trotz seiner "staatstragenden" Rolle noch immer, der Bevölkerung mit Charme und Herz zu begegnen. Eine Eigenschaft, die manch anderen Regierungsmitgliedern vielleicht schon abhanden gekommen ist...
Freilich, gerade bei Großveranstaltungen und in der Nähe von Kameras gibt sich jeder Politiker gerne volksverbunden. Man merkt aber schon, wer diese Volksnähe nur für die Kamera spielt und wer sie tatsächlich lebt. Dr. Lopatka ist ganz sicher jemand, der seinen Staatssekretär nicht vor sich herträgt und sich eine gewisse Natürlichkeit bewahrt hat.
Bei der offiziellen Eröffnungsfeier der Segelkunstflug-WM richtet Dr. Lopatka in seiner Funktion als Staatssekretär Grußworte an die Gäste, bevor auch er diesen langen Arbeitstag in gemütlicher Atmosphäre ausklingen lassen und am späten Abend erstmals eine Mahlzeit zu sich nehmen kann.

Es war kein außergewöhnlicher Tag für Reinhold Lopatka, es ist eher die Regel, bis spät in die Nacht und/oder an Wochenenden "zur Verfügung" zu stehen. Es mag für viele nach Annehmlichkeit klingen, wenn von Eröffungsfeiern oder anderen Festlichkeiten die Rede ist - tatsächlich sind solche Veranstaltungen aber auch immer ein Stück harte Arbeit, die ohne Idealismus und Freude an Beruf und Menschen nicht bewältigbar wäre.