Reinhard Nowak

„Natürlich haben Sie keine Angst. Terrorismus betrifft unser Land nicht. Atomkraft dient ausschließlich dem Frieden. Das Klima erholt sich von selbst Die Ausländer gehen bald wieder heim. Die Müllberge fressen hungrige Einzeller gänzlich auf.
Sie haben noch nie einen Schnupfen gehabt. Auch Ihre Haare wachsen wieder nach. Und Ihr Bauch verschwindet gemeinsam mit den Falten bestimmt nach einem ausgedehnten Spaziergang. Beruflich sind Sie pragmatisiert, Ihre Beziehung ist unverwüstlich, und Sie werden bestimmt ewig leben.
Deshalb sollten Sie sich dieses Programm auch nicht anschauen. Denn Sie wüßten gar nicht, wovon Nowak da spricht.
Doch beim allergeringsten Zweifel sollten Sie vorbeikommen. ANGST… denn man stirbt nicht nur einmal.“

Mit diesen Worten werben Plakate und Ankündigungen für Reinhard Nowaks Kabarettprogramm „Angst“. Doch läßt sich mit den diversesten Ängsten der Menschen – seien sie begründet oder unbegründet – ein erfolgreiches Kabarettprogramm gestalten? Freilich, der Mensch versteht es glänzend, sich über die Ängste anderer zu amüsieren – aber wie geht er mit seinen eigenen Ängsten um,  kann er auch über sie lachen oder bleibt ihm dann das berühmte Lachen im Hals stecken?

Das Programm beginnt mit Nowaks vermeintlich eigenen Ängsten – darüber kann das Publikum herzhaft lachen und läßt sich auch nicht verschrecken, wenn Reinhard Nowak ins Publikum flüchtet, sich kauernd zwischen den Sitzen versteckt und prompt meint, von einem Zuschauer gebissen worden zu sein.

Wer nun fürchtet, in einem inhalts- und anspruchslosen Kabarettprogramm gelandet zu sein, irrt. Reinhard Nowak führt geschickt und nahezu ohne roten Faden von Thema zu Thema, von Angst zu Angst, ohne dabei Aktualität vermissen zu lassen. Er stellt sich selbst als übertrieben ängstlichen Menschen dar und spiegelt damit ganz sicher mannigfaltige Ängste des Publikums wieder, ohne daß sich der Zuseher dieses Spiegels bewußt wird oder gar beleidigt sein könnte. Ganz im Gegenteil, manch einer mag sogar den Witz seiner eigenen Angst erkennen und darüber lachen. Nicht ganz auszuschließen also, daß dieses Programm über therapeutische Ansätze verfügt. Auf jeden Fall bietet es trotz seines eigentlich wenig erheiternden Titels jede Menge Pointen, die eine kurzweilige Vorstellung garantieren.

Seine kabarettistische Laufbahn begann Reinhard Nowak bei der Kabarettgruppe „Schlabarett“, die er gemeinsam mit Alfred Dorfer 1984 gegründet hat, die sich 1992 aber wieder aufgelöst hat. Seine Solo-Karriere begann er 1996 mit „Einer muß der Nowak sein“, wirkte aber auch im Ensemble der erfolgreichsten und bedeutendsten Kabarettbühnen Wiens – dem Simpl – mit.

Österreichweit bekannt wurde er aber in der Rolle des „Reini Pospischil“ in einer der erfolgreichsten Fernsehserien in Österreich, dem „Kaisermühlen Blues“, der von 1992 bis 1999 das Publikum begeisterte. Aber auch in einer Reihe von Filmen und anderen Fernsehserien stellte er sein schauspielerisches und komödiantisches Können unter Beweis.

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