Peter Tichatschek

Vor etwa 25 Jahren beschloß Peter Tichatschek: „Ich will Radio machen!“. Seine ersten Erfahrungen sammelte er im Ö3-Nachtradio noch hinter den Kulissen, aber schon wenig später, 1988, erklang Peters Stimme im ersten – anfänglich noch aus Budapest ausgestrahlten – Privatradio für Wien, NÖ und das Burgenland („Antenne Austria“).

Damit war der Grundstein für eine erfolgreiche Karriere gelegt – zwei Jahre später holte ihn der spätere ORF-Generalintendant Gerhard Weiss als Moderator zu Radio Wien, Arbeiten für und bei Ö3 folgten, aber auch die neu gegründeten privaten Radio- und TV-Sender erkannten in den nachfolgenden Jahren sein Talent und holten ihn immer wieder in ihr Team – sei es als Moderator (z.B. bei Antenne Wien oder TW1), oder als Pressesprecher bei „Wien 1“, dem späteren ATV. Daneben gründete er 1993 auch noch seine eigene Marketing-Agentur.

Im Jahr 2000 landete Peter Tichatschek schließlich an der Seite von Ricarda Reinsich als „Willkommen-Österreich“-Gastgeber im „Wohnzimmer der Nation“. Eine besondere Herausforderung, wird die Sendung doch ausschließlich Live ausgestrahlt – mitsamt allen Hoppalas, die dabei so passieren können.

Von 2003 bis 2007 präsentiert er auch in über 1.500 Sendungen die erfolgreiche ORF-Kochshow „Frisch gekocht“. Bei einem Aufzeichnungstag für diese Sendung durfte ich mit der Kamera dabei sein und in einem Studio der Interspot-Film das Geschehen ein wenig hinter den Kulissen beobachten.

Man sollte mit Ausdrücken wie „Publikumsliebling“ vorsichtig umgehen, um sie nicht einer unnötigen „Inflation“ auszusetzen, bei Peter Tichatschek scheint diese Bezeichnung jedoch ganz passend. Das dürften sich auch die Sendungsverantwortlichen gedacht haben, als sie ihn für die Moderation dieser sicher nicht ganz einfachen Sendung ausgewählt haben, denn der Erfolg einer Kochsendung fällt und steht mit der Person, die sie präsentiert.

Obwohl Kochsendungen so alt sind wie das Fernsehen selbst, „Frisch gekocht“ zeigt, daß ein „alter Hut“ modern und thematisch interessant aufbereitet und dabei durchaus informativ sein kann.

Sechs Studio-Kameras verfolgen jeden Handgriff der Hobby-Köche im „Kampf“ um den Titel des „Koch-Champions“, über den einzig die Publikumsgunst entscheidet. Mit dabei ist immer ein Star-Koch des jeweiligen Bundeslandes, unter dessen Patronanz eine Sendungswoche steht. Bei meinem Besuch war das Walter Eselböck, Koch und Inhaber des Hotel-Restaurants Taubenkobel in Schützen, für das Burgenland.

Die Aufzeichnung selbst verläuft überraschend flott und fast durchgehend. Dank der Professionalität von Peter Tichatschek und Walter Eselböck verliert auch die Gast-Köchin schnell jede Nervosität. Wie überhaupt das ganze Aufnahmeteam perfekt zusammenspielt – die Stimme des Regisseurs gibt über die Kopfhörer der Kameraleute entsprechende Anweisungen und so könnte die Aufzeichnung durchaus auch als Live-Sendung ausgestrahlt werden.

Den berühmten „Schnitt“ gibt es nur in Ausnahmefällen, etwa wenn der Gast-Koch oder die -Köchin ihre Vorstellung mit zu ernster Miene in die Kamera spricht oder wenn das Endprodukt der Kochkunst kameragerecht angerichtet werden muß.

Wie hält es Peter Tichatschek eigentlich selbst mit dem Kochen? Kann er nach einem langen Aufzeichnungstag überhaupt noch eine Küche sehen? Nach einem Drehtag entspannt er sich lieber, etwa mit Pilates, prinzipiell kocht er aber auch ganz gerne. Seine wahre Leidenschaft dürfte dennoch eher Golf sein – mit Handicap 17 übrigens. Was auch immer das bedeuten mag…

Musik zählt ebenfalls zu seinen Hobbys und was nur wenige wissen: in den 80er Jahren war er Mitglied der Band „Penis Brutal“. Ihm sei aber rasch klar geworden, daß er nicht dafür geeignet ist, einen Ton zu halten, wie er selbst sagt. Macht aber nichts – wer weiß, ob er sonst der beliebte und charmante virtuelle Gast in unseren Wohnzimmern geworden wäre.

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