Alex Scheurer

Begonnen hat die mediale Karriere des gebürtigen Salzburgers – nach dem Studium der Politikwissenschaften – als „Morning Show“-Moderator bei verschiedenen Radiosendern. Bis 2007 moderierte Alex Scheurer verschiedene Ö3-Sendungen und wurde damit einem österreichweiten Publikum bekannt, zeichnete als Autor aber auch für die eine oder andere erfolgreiche Comedy auf Ö3 (mit)verantwortlich.

Als Protagonist bei „echt fett“, der ORF-Comedy mit versteckter Kamera, wurde er schließlich auch einem breiten Fernsehpublikum ein Begriff. Ein recht erfolgreiches Format, das er gemeinsam mit Robert Palfrader, Sandra Winkler und Oliver Baier 2002 ins Leben gerufen hat. Im Sommer 2007 folgte dann der Wechsel zu ATV. Mit zwei eigenen Shows („Blind Date“ und „It’s Showtime“) scheint Alex Scheurer nun auch ein fixer Bestandteil der österreichischen Fernsehlandschaft geworden zu sein. Wir dürfen also gespannt sein, welche Projekte noch folgen werden.

Alex Scheurer lud mich im November 2006 ein, ihn an einem der Drehtage zu seiner letzten „echt-fett“-Staffel mit der Kamera zu begleiten. Und es war das witzigste Fotoshooting, das ich bisher erleben durfte, denn das eingespielte Team hat sichtlich Spaß an und mit der Arbeit. Während der Drehpausen herrscht dann nicht etwa eine Zeit der Stille und Einkehr, ganz im Gegenteil…

„Running Gag“ – er wird oft ganz unterschiedlich definiert, zahllose Beispiele werden bemüht, um ihn zu erklären und dieser Begriff kommt einem unvermeidlich in den Sinn, wenn man den Tischgesprächen des „echt-fett-Teams“ beim gemeinsamen Mittagessen lauscht. Die Dialoge zwischen Alex Scheuerer und Robert Palfrader erinnern sogar ein wenig an die berühmten Doppelconferencen von Farkas und Waldbrunn.
Wer also auf der Suche nach Autoren oder Darstellern dieses Genres ist, dem sei ein Gespräch mit den beiden dringend empfohlen.

Das mobilkom-Gebäude in der Oberen Donaustraße in Wien war Drehort für die Streiche am Empfang, die Angelika Niedetzky, Robert Palfrader und Alex Scheurer den nichtsahnenden Besuchern spielen.

Beeindruckend sind dabei ihre ernsten Mienen und schlagfertigen Stegreif-Dialoge, die der jeweiligen Begegnung und Situation angepaßt sind. Sie spielen ihre Rolle derart überzeugend, daß kaum ein „Opfer“ vorzeitig die Lunte riecht.

Enttäuschend für alle Beteiligten ist es freilich, wenn sich ganz besonders witzige Situationen und Dialoge mit einem Passanten ergeben und dieser dann sein Einverständnis zur Ausstrahlung verweigert. Obwohl das Team sehr fair agiert, denn sobald eine Szene für das „Opfer“ peinlich zu werden droht, brechen sie ab und klären über die versteckte Kamera auf.

Ein anderer – ganz bewußt gewählter – Running Gag ist Robert Palfraders Suche nach „Beeeeauty…“. Während sich Alexander Scheurer zum Clown wandeln läßt, wird eine weitere Sequenz des suchenden Jockeys gedreht. „Wem fällt das alles immer ein?“, frägt man sich als Fernsehzuschauer immer wieder – die Antwort ist wenig überraschend: Scheurer und Palfrader, aber auch der Aufnahmeleiter von „echt fett“, Andreas Rottensteiner, arbeitet am Buch mit; Regie führt übrigens Robert Palfrader.

Mit dem Clown sollen weitere Besucher verwirrt und zu witzigem Verhalten provoziert werden, allerdings ist es zwischenzeitig später Nachmittag geworden und nur mehr wenige Passanten finden den Weg in die Eingangshalle. Stattdessen verlassen immer mehr mobilkom-Mitarbeiter das Gebäude durch die Eingangshalle, was die Dreharbeiten zwar erschwert, Angelika Niedetzky aber zu sensationellen Grimassen verleitet. Wäre der Ton im Film noch nicht erfunden, sie hätte wohl auch nur mit dieser Gesichtsakrobatik die besten Voraussetzungen zum Filmstar.

Das Warten auf Passanten wird mühsam, langsam zeichnet sich ein Ende der Dreharbeiten ab, aber Alex Scheurer zeigt Ehrgeiz, paßt kurzerhand die Strategie an die neue Situation an und trägt so noch zu einer kräftigen Ausbeute des heutigen Tages bei.

Zu Drehschluß wird bei allem Spaß, den der Tag so mit sich gebracht hat, doch auch eines deutlich: Lustig sein ist mitunter harte Arbeit und macht müde!

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