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Angeblich gibt es sie, die Morgen- und Abendmenschen - nein, es
muß sie geben, denn ich gehöre zweifelsfrei zur Gruppe der letzteren. So interessant und spannend es ist, einen Abgeordneten
zum Europäischen Parlament einen Tag lang zu begleiten, Einblicke in
dessen Tätigkeit und Arbeitsweise zu bekommen, so schwer fällt es mir
auch, mich um 03.30 Uhr nachts aus dem Bett zu quälen, um die
Morgenmaschine nach Brüssel zu erreichen.
Es kam mir daher sehr gelegen, diesmal meinen Brüssel-Besuch mit einer
abendlichen Veranstaltung, der Verleihung der MEP-Awards, beginnen zu
dürfen und somit erst am frühen Nachmittag zum Flughafen zu müssen.
Von meinen bisherigen Besuchen im Europäischen Parlament bin ich es zwar
gewohnt, daß der Arbeitstag der Abgeordneten nicht zu den hierorts
üblichen Bürostunden endet, aufgrund der abendlichen Veranstaltung habe
ich mir dennoch erwartet, meinen Gastgeber, Dr. Paul Rübig, an diesem
Tag außer zur erwähnten Preisverleihung zu keinen weiteren Terminen
begleiten zu können.
Kurz vor 17.00 Uhr treffe ich im - mit seinen 15 Stockwerken wortwörtlich
- Hohen Haus ein. Nichts läßt die Uhrzeit erahnen - schon im
Eingangsbereich herrscht das gleiche rege Treiben, wie in den
Vormittagsstunden. Noch immer melden sich Besucher und Gäste der
Abgeordneten bei den Sicherheitskräften an, noch immer strömen mehr
Leute ins Parlament, als aus ihm heraus. Es sieht nicht danach aus, als
würde sich ein Arbeitstag dem Ende neigen. |