Obwohl nicht mein Hauptinteresse, wollte ich mir doch auch einmal eine Pressekonferenz aus der "Nähe" ansehen und nahm eine Einladung zur Präsentation des "Vienna Mozart Music Film Festivals" an.

Freilich, nicht unbedingt eine von den Journalisten mit Spannung erwartete Pressekonferenz, der Andrang war dennoch enorm. Die aufgestellten Stühle im Steinsaal reichten jedenfalls nicht aus, um allen Platz zu bieten.

Ob es das Interesse am vorgestellten Projekt war, oder doch das vorbereitete Buffet, das für diesen Zustrom sorgte, sei dahingestellt. Vielleicht erhofft man sich vom Small-Talk mit dem Bürgermeister vor und nach der eigentlichen Pressekonferenz aber auch die eine oder andere "heiße" Information.

 

Worum geht es aber beim "Vienna Mozart Music Film Festival"?
Wien präsentiert im Mozartjahr in acht Städten Mittelosteuropas und in Moskau dieses Festival, das auf dem bekannten Konzept auf dem Wiener Rathausplatz basiert. Musikfilme mit Mozartprogramm, begleitet von Kulinarik und teilweise auch Livemusik.

Das Festival startet am 10. Juni 2006 in Brünn, die weiteren Stationen sind Warschau, Bukarest, Prag, Belgrad, Ljubljana, Zagreb, Moskau und endet schließlich am 24. September 2006 in Bratislava.

Das Programm wurde im Rahmen dieser Pressekonferenz vorgestellt.
Kulturstadtrat Dr. Andreas Mailath-Pokorny betonte die Bedeutung der kulturellen Vernetzung mit den Nachbarstaaten und der Kulturoffensive Wiens im Ausland, die in Zukunft noch forciert und durch Koordinationen mit dem Bund gestärkt werden soll.
 

Was Bürgermeister Dr. Häupl während den Ausführungen seines Kulturstadtrates durch den Kopf ging, weiß außer ihm niemand. Seine Mimik läßt vermuten, daß ihn andere Dinge bewegten - oder aber, ihn langweilte das Pressegespräch schlicht und ergreifend.

Peter Marboe, Intendant des Wiener Mozartjahres 2006, unterstrich, daß das Festival auch im Sinne der kosmopolitischen Haltung Mozarts stehe und ein Zeichen für den kulturpolitischen Dialog auf kommunalpolitischer Basis setze.

Er dankte den Sponsoren, die 520.000 Euro für das Festival aufgebracht haben, vergaß dabei aber auf die namentliche Nennung einer Person, was prompt vom Sponsor reklamiert wurde.

Außer dem Buffet dürfte es also doch noch einen Grund zum Kommen geben - und sei es auch nur, um den eigenen Namen zu hören... Hauptsache, das Sponsoring steht!
Schließlich ergriff auch noch Franz Patay, lange eng mit dem Festival am Wiener Rathausplatz verbunden, das Wort. Er betonte die Kooperationsbereitschaft der angesprochenen Städte in dieser "zentraleuropäischen Initiative" und lobte die Wien-Büros in den einzelnen Städten sowie den Tourismusverband.

Bleibt zu hoffen, daß diese Initiative in den Städten jenen positiven Anklang findet, der hier erwartet wurde und daß nicht jedes Pressegespräch mit Bürgermeister Dr. Häupl so wenig wirklichen Inhaltes bieten kann.