Politiker demonstrieren gerne Bürgernähe, wissen um die Wirkung eines Fotos, das sie im herzlichen Umgang mit Kindern zeigt und werden speziell in Wahlkampfzeiten nicht müde, medienwirksam möglichst viele Hände zu schütteln.

So zumindest die vorherrschende Meinung über den Umgang der meisten Politiker mit ihren Wählern. Wie bürgernah sich ein Mandatar tatsächlich verhält, macht sich dann im tatsächlichen Umgang mit der Bevölkerung, fernab der medialen Berichterstattung, bemerkbar. Wie wird auf Anfragen hilfesuchender Bürger reagiert, werden Anliegen ernst genommen und hat der Bürger überhaupt die Möglichkeit, mit "seinem" Abgeordneten in Kontakt zu treten?

Dr. Erwin Rasinger ermöglicht diesen Bürgerkontakt in einer Intensität und Vertraulichkeit, wie kaum ein anderer Abgeordneter - er ordiniert nachwievor als Arzt für Allgemeinmedizin im 12. Wiener Gemeindebezirk und hat damit wohl auf einer sehr persönlichen Ebene regelmäßigen Kontakt zu "seinen" Wählern, zumal er keine Ordination als Wahlarzt für betuchtere Patienten betreibt, sondern als Kassenarzt wirklich allen zur Verfügung steht.
Natürlich ist seine Kassenordination nicht als Abgeordneten-Sprechstunde für hilfesuchende Bürger mißzuverstehen, sondern dient der medizinischen Grundversorgung der Patienten, gänzlich trennen wird sich das freilich nicht in jedem Fall lassen, ist Dr. Rasinger doch auch ÖVP-Gesundheitssprecher und damit permanent mit Gesundheitsthemen befaßt - im Parlament ebenso, wie in seiner Ordination.
Seine politische Tätigkeit begann der seit 1983 praktizierende Arzt bereits in der Studienzeit, wo sich Dr. Rasinger als Studentenvertreter an der ehemaligen Medizinischen Fakultät engagierte, während seiner Ausbildung war er Turnusärztevertreter und seit 1981 ist er in verschiedenen Funktionen auch in der Wiener Ärztekammer tätig.

Dem Wiener Gemeinderat gehörte Dr. Erwin Rasinger von 1987 bis 1991 an, bevor er 1994 in den Nationalrat wechselte und seit dem die Funktion des ÖVP-Gesundheitssprechers bekleidet.

Themenschwerpunkte sind dabei die Vorsorgemedizin, die Verbesserung der Nachsorge, Humanität in der Medizin, Sportmedizin sowie die Manuelle Medizin. "Den christlich-sozialen Werten verpflichtet, lehne ich die Zweiklassen-Medizin ab. Ich stehe zum ambitionierten Ziel: Gesundheitsversorgung auf Weltklasseniveau, unabhängig vom Alter oder Einkommen!", bringt er seinen politischen Schwerpunkt auf den Punkt.
Daß das für Dr. Rasinger keine leeren Worthülsen sind, erkennt man auch daran, daß er dabei schon mal einen Konflikt mit der Parteilinie auszutragen bereit ist. So kritisierte er z.B. im April 2008 recht offen das von seinem Parteifreund, Karlheinz Kopf, ausverhandelte "Sozialpartnerpapier" zur Gesundheitsreform, das er als Geheimpapier bezeichnete und sich dagegen wehrte, "mit dem Vorschlaghammer auf Ärzte einzudreschen".
Besonders betont Dr. Rasinger die Rolle des Hausarztes, der für das Patientenmanagement, die Langzeitbetreuung und die Prävention verantwortlich sei - dem müsse eine Gesundheitsreform auch Rechnung tragen, anstatt mit befristeten Verträgen oder in Form von Regresszahlungen ökonomischen Druck auf die Ärzte auszuüben.

Mit Dr. Erwin Rasinger ist ein engagierter Arzt im Parlament vertreten - gerade noch einmal. Denn aufgrund der Mandatsverluste bei der letzten Nationalratswahl wäre Dr. Rasinger eigentlich nicht mehr im Parlament vertreten gewesen. Erst durch die Ernennung Josef Prölls zum Vizekanzler rückte er auf dessen Mandat nach und wurde am 3. Dezember 2008 neuerlich angelobt.