| Das Parlament hat sich klar dafür ausgesprochen, daß jedes neue Abkommen den Anforderungen des Lissabon-Vertrages und der EU-Charta der Grundrechte entsprechen muß. "Wir stehen für die Sicherheit der Bürger und wir stehen für den Datenschutz", erklärte Dr. Strasser, Delegationsleiter der ÖVP-Delegation im Europäischen Parlament, damals. |
| Die Gespräche in Washingten hätten gezeigt, daß die Amerikaner bereit sind, sinnvolle Lösungen zu diskutieren und die europäischen Datenschutzstandards ernst zu nehmen. Der Transfer von Massendaten und Speicherdauer sind zwar noch nicht geklärt, dennoch zeigt sich Dr. Strasser optimistisch, daß die nun beginnenden Verhandlungen der Kommission bis zum Sommer abgeschlossen sein könnten und das Parlament neuerlich darüber abstimmen kann. |
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| Dr. Strassers Gestik, seine Rhetorik zeigen: Das Thema liegt ihm am Herzen. Als ehemaliger Innenminister versteht er natürlich die Bestrebungen der Amerikaner, möglichst viele Informationen zum Zwecke der Terrorismusbekämpfung in der Hand haben zu wollen; was Datenschützer einem (ehemaligen) Innenminister wohl eher nicht zutrauen woll(t)en, als Abgeordneter zum Europäischen Parlament setzt sich Ernst Strasser vehement für die Grundrechte der EU-Bürger ein und trägt in seinen Funktionen dazu bei, diese auch strengstens berücksichtigt zu finden. |
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Ob diese Anstrengungen auch in der Medienlandschaft
Berücksichtigung finden, davon bin ich nicht ganz überzeugt, zumindest
stehen dem Interessierten aber zunehmend mehr Möglichkeiten zur
Verfügung, sich alle Informationen aus erster Hand zu beschaffen und
sich unkommentiert selbst ein Bild zu machen. Da gibt es einerseits Live-Webstreams und Aufzeichnungen aus dem Parlament selbst: EP Live andererseits die Informationsseiten der jeweiligen Fraktionen und zusätzlich informieren die Abgeordneten selbst über ihre Bestrebungen, ihre Sicht und ihre Schwerpunkte - wie z.B. Dr. Strasser: Ernst Strasser auf facebook |
| Wie schon bei meinen anderen Besuchen im Europäischen
Parlament stelle ich erneut fest: Der Terminkalender eines Abgeordneten
ist dicht gedrängt und ohne dem reibungslosen Zusammenspiel zwischen
Mandatar und Assistenten wäre das Arbeitspensum kaum zu bewältigen.
Ernst Strasser nutzt die Mittagspause zu einem Arbeitsgespräch, eilt danach zu einem Termin mit dem stellvertretenden Datenschutzbeauftragten, Giovanni Buttarelli, eine unabhängige Kontrollbehörde, die die EU-Organe und -Einrichtungen datenschutzrechtlich berät und überwacht. |
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| Gleich anschließend geht es wieder in den Ausschuß für auswärtige Angelegenheiten, wo ein Meinungsaustausch mit Skender Hyseni, dem Außenminister des Kosovo auf dem Programm steht. Dieser Tagespunkt verdeutlicht mir, daß die vielen - oft zeitgleich tagenden - Ausschüsse im EU-Parlament nicht einfach nur "nette Gesprächsrunden" sind. Außenminister Hyseni muß sich harten und unangenehmen Fragen stellen. Auch hier demonstrieren die Abgeordneten Stärke, legen ihre Forderungen nach einer "starken Zivilgesellschaft", Minderheitenrechten, der Festigung demokratischer Prinzipien klar fest und knüpfen diese an eine Perspektive über der EU-Mitgliedschaft - auch wenn es bis dahin noch weiter Weg ist (immerhin haben erst 22 der 27 EU-Staaten die Unabhängigkeit des Kosovo anerkannt), das Europäische Parlament nimmt seine Rolle als Mitgestalter künftiger Rahmenbedingungen in Europa ernst und überläßt sie nicht zufälligen Begebenheiten. |
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